Wichtige Eigenschaften des ersten Kinderfahrrades
Spielfahrräder sind mehr als nur ein Spielzeug!
Auch wenn alle 12-18 Zoll großen Kinderfahrräder nach der DIN 79110 verkehrsrechtlich als "Spielzeug" eingeordnet werden, sollten Sie beim Kauf eines Spielfahrrades wesentliche Qualitäts- und Sicherheitskriterien beachten. Auf folgende Eigenschaften sollten Sie bei der Auswahl eines 12-18 Zoll großen Spielfahrrades Wert legen:
- Rücktritt- und Vorderradfelgenbremse
- Rahmen mit tiefem Durchstieg (leichterer Aufstieg - Absprung)
- Ausreichender Verstellbereich für Sattel- und Lenkerhöhe
- Geschlossener Kunststoff-Kettenkasten
- Reifenbreite 47 mm / 1,75 Zoll
- Nicht erforderlich: Lichtanlage
- Nicht sinnvoll: Gangschaltung
Bedenken Sie bitte auch, daß Kinder mit Spielfahrrädern rechtlich den Fußgängern gleichgestellt sind. Spielräder sind nach dem deutschen Verkehrsrecht keine Verkehrsmittel und dürfen weder auf Fahrbahn noch auf Radwegen benutzt werden - auch nicht in Ihrer Begleitung (Ausnahme sind die sogenannten "Spielstraßen"). Benutzen Sie daher gemeinsam -mit viel Obacht und in angemessener Geschwindigkeit- stets Gehwege und Bürgersteige.
Wichtige Merkmale / Einstellungen am Spielfahrrad
Rücktritt- und kindgerechte Felgenbremse am Vorderrad
An jedem Kinderfahrrad bis mindestens 20 Zoll
sollten sie eigentlich obligatorisch sein: Die Rücktrittbremsnabe und die Felgenbremse am Vorderrad. Während man
bei der Rücktrittbremse eigentlich nichts falsch machen kann, sollte man bei der Felgenbremse auf eine kindgerechte
Leichtgängigkeit und Bedienbarkeit achten (bei uns im Shop bei allen Herstellern). Kinderhände sind häufig noch
nicht so groß und kräftig, daß Sie den Bremsgriff gut greifen und auch anziehen können.
Gerade Billighersteller bzw. -importeure verwenden hier häufig vollkommen untaugliche Erwachsenen-Komponenten aus
Massenproduktion. Achten Sie deshalb auf eine kindgerechte Ausführung mit nach Möglichkeit einstellbarem Bremsgriff.
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Rahmen mit tiefem Durchstieg
Ein Rahmen mit einem tiefem Durchstieg -häufig als Rahmenhöhe angegeben- ermöglicht es dem Kind
nicht nur leichter auf- und abzusteigen, in kritischen Fahrsituationen kann es auch leichter vom Kinderfahrrad abspringen.
Vernachlässigen Sie daher bitte die übliche Unterteilung in Jungenfahrrad (mit Oberrohr) und Mädchenfahrrad (ohne Oberrohr)
im Bereich der Spielfahrräder.
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Verstellbarkeit von Sattel- und Lenkerhöhe/-neigung
Über die perfekte Rahmengeometrie und ideale Sitzposition -auch bei Kinderfahrrädern- wurden schon zahlreiche wissenschaftliche Abhandlungen und Doktorarbeiten geschrieben. Soweit wollen wir hier nicht gehen. Wichtig sind vor allem ein genügend großer Verstellbereich für die Sattelhöhe (12-14 Zoll: >6 cm / 16 Zoll: >8 cm / 18 Zoll: >10 cm), um eine möglichst lange Nutzungszeit des Fahrrades zu gewährleisten.
Ebenso und entsprechend in den Maßen sollte auch der Lenker in der Höhe anzupassen sein. Damit allerdings bei steigender
Körpergröße die Sitzposition nicht zu aufrecht wird, ist es von Vorteil, daß auch die Neigung des Lenker(-bügel)s eingestellt
werden kann. Erreicht werden kann dies allerdings auch durch einen längeren Vorbau. Auch diese Einstellmöglichkeit kann die
Nutzungszeit Ihres (Spiel-)Fahrrades um einiges verlängern.
(Lesen Sie mehr dazu: Die Einstellung von richtiger Sattel- und Lenkerhöhe)
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Geschlossener Kettenschutz aus Kunststoff
Achten Sie auf einen voll umschließenden Kettenschutz an Ihrem Kinderfahrrad. Nicht nur, dass Wasch-
und Energiekosten eingespart werden, auch die Gefahr, dass sich die Hose richtig verfangen kann und es zu Stürzen kommt ist
damit ausgeschlossen. Das Material der Wahl sollte aus Gewichtsgründen Kunststoff sein - in keinem Fall ein scharfkantiges Blech.
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Reifenbreite 47 mm / 1,75 Zoll
Kinderfahrradreifen, insbesondere an Spielrädern müssen griffig sein und sollten Fahrstöße gut abfedern
können. Bewährt und am Markt durchgesetzt haben sich 47er Reifen, die heute an fast allen Spielfahrrädern zu finden sind und bei
einem Reifendruck von 2,5-3,0 bar (vorne) und 3,0-3,5 bar (hinten) die Anforderungen gut erfüllen. Reifenbreiten von unter 37 mm
an Spielfahrrädern sollten Sie in jedem Fall vermeiden.
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Lichtanlage ist nicht erforderlich
Eine Lichtanlage am Spielfahrrad ist weder vorgeschrieben noch erforderlich und wird deshalb in aller Regel von den Herstellern aus Kostengründen auch nicht angeboten. Auch aus Gewichtsgründen ist von einer Lichtanlage bei Spielfahrrädern eher abzuraten, da sie das äußerst ungünstige Verhältnis von Größe zu Gewicht weiter verschärfen würde.
Trotzdem gibt es natürlich in der Praxis Situationen, in denen eine bessere Sichtbarkeit auch für ein Spielfahrrad
wünschenswert wäre. Und wenn Ihnen Wimpel, Mäntel mit Reflektorstreifen oder zusätzliche Reflektoren nicht ausreichen, so
ist es bestimmt nicht verkehrt, das Kinderfahrrad bei Bedarf für kurze und planbare Einsätze mit Akku-Leuchten auszustatten.
Seien Sie sich aber bitte im klaren darüber, daß das Spielfahrrad dadurch nicht zum verkehrstauglichen Alleskönner avanciert und
die Einsatzorte sich weiterhin auf Vorgarten und Gehweg beschränken. Von einer dynamogetriebenen Lichtanlage an einem Spielfahrrad
raten wir ab, da die ohnehin schon geringe Leistung des Kindes durch den noch höheren Rollwiderstand zusätzlich geschwächt wird.
(Lesen Sie mehr dazu: Die Lichtanlage am Kinderstraßenfahrrad)
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Gangschaltung am Spielfahrrad nicht sinnvoll
Spielfahrräder bis 18 Zoll sind dafür gedacht, der Altersgruppe der 3-6 Jährigen auf spielerische Art und Weise das Radfahren näher zu bringen. In diesem Alter sind die Kinder noch nicht in der Lage mehrere Bewegungsabläufe zu koordinieren oder gar komplexe Verkehrssituationen adäquat zu erfassen. Die Ausstattung eines Spielfahrrades sollte sich daher auf das wesentliche beschränken und jede Komponente und jedes Zubehörteil aussparen, welches die Kinder vom eigentlichen Fahren, Lenken und Bremsen ablenkt.
Eine Gangschaltung gehört zu dieser verzichtbaren Ausstattung und wird in seiner Wirkung gerade bei Spielfahrrädern häufig
überschätzt. Sie würde das Gewicht des Spielfahrrades -ganz gleich, ob Ketten- oder Nabenschaltung- weiter nach oben treiben und
die subjektiv wahrgenommene Fahrerleichterung effektiv wieder aufheben.
Lassen Sie sich also nicht blenden von irreführenden Angeboten und auch nicht überreden von Ihren Kindern. Gehen Sie auf Nummer
sicher und warten (mindestens) bis zum 20 Zoll Fahrrad ab, um über eine (kleindimensionierte) Gangschaltung nachzudenken.
Weiter mit: Stützräder: Fluch oder Segen?
Ratgeber und Information
- Ratgeber Kinderfahrrad
- Alter und Größe zum Radfahren
- Das Fahrradfahren lernen
- Das erste (Spiel-) Fahrrad
- Kindgerechte Bremsen
- Geeigneter Rahmen
- Verstellbereich Sattel/Lenker
- Kettenschutz
- Reifen
- Keine Lichtanlage
- Keine Gangschaltung
- Stützräder: Fluch oder Segen?
- Das Straßenrad ab 20 Zoll
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