Besser auf dem Kopf: Kinderfahrradhelm
Eltern sollten Vorbild sein!
Die Unfallstatistiken des ADAC belegen es: Im Zeitraum von 1990 bis 2005 ist die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder um fast ein Drittel zurückgegangen. Die Unfälle mit fahrradfahrenden Kindern gingen in der gleichen Zeit jedoch nur um knapp 19 Prozent zurück - ein Beleg dafür, dass radfahrende Kinder die nachwievor gefährdetste Teilnehmergruppe auf Deutschlands Straßen ist.
Fahrradfahrer und noch viel mehr Kinder sind in Deutschlands Verkehrswirklichkeit Teilnehmer zweiter Klasse. Die Infrastruktur, die Führung und der Zustand von Rad- und auch Gehwegen, insbesondere in den großen Städten, sprechen allzu häufig eine Sprache, die das Wort Sicherheit nicht kennt - von Kindgerechtheit ganz zu schweigen.
So sind wir Eltern umso mehr aufgerufen, unsere Kinder vor den oft unerwarteten Gefahren zu schützen. Ein Kinderfahrradhelm trägt hierzu bei. Auch wenn die inneren Antriebe zur Anschaffung eines Fahrradhelmes recht sparsam ausfallen (kostet Geld, ist unpraktisch und schließlich auch nicht vorgeschrieben!) - wir sollten uns und unsere Kinder umgewöhnen. Nicht mit Starrsinn und Dogmatismus - aber überall dort, wo Asphalt, Bordsteinkante und Autoblech mit im Spiel sind, sollte der Kopfschutz zur Selbstverständlichkeit werden. Und bis dahin ist der Weg für die vorbildgebenden Eltern meist viel weiter als für die Kinder selbst!
Bedenken Sie bitte, dass nicht nur auf dem Fahrrad, sondern auch im Fahrradanhänger und vor allem im Kinderfahrradsitz, dem Helm eine wichtige Bedeutung zukommen kann. Auch hier sollten Sie keine Kompromisse machen und den Helm immer zur Pflicht machen.
Der Helm muss immer passen!
Kaufen Sie Ihren Kinderfahrradhelm nicht auf Zuwachs. Im entscheidenden Fall
könnte das fatale Folgen haben. Der Helm sollte gerade und fest sitzen und nicht einfach nach vorn oder
hinten gekippt werden können. Nur so kann Ihr Helm optimal schützen.
Um die Größe des passenden Fahrradhelmes zu ermitteln, messen Sie den Kopfumfang Ihres Kindes in cm. Nehmen
Sie dazu ein Maßband und messen den Umfang von der "dicksten" Stelle am Hinterkopf bis vorn zur Stirn.
Sicherer Kinnriemen
Das schmerzhafte Einklemmen einer Hautfalte beim Verschließen des Helmes muss nicht sein! Achten Sie auf einen Einklemmschutz am Kinnriemen und stellen Sie sicher, dass der Verschluss zuverlässig einrastet. Das Ohr sollte durch den Riemen nicht beeinträchtigt werden und am besten in einem vom Riemen gebildeten Dreieck frei liegen können.
Lüftungsschlitze und Schutznetz
Ausreichend Luftschlitze sind auch am Kinderfahrradhelm ein unbedingtes Muß.
Insbesondere bei heißen Temperaturen kann eine mangelnde Luftzufuhr am Kopf einem schnell den Helm verleiden -
mit dem Ergebnis, dass man ihn absetzt und fortan ungeschützt fährt.
Achten Sie auch auf das Vorhandensein eines Schutznetzes an den Lüftungsschlitzen. Es verhindert während der
Fahrt das Eindringen von Insekten unter die Helmschale.
Gewicht des Fahrradhelmes
Gute Qualitäts-Kinderfahrradhelme unterscheiden sich heutzutage kaum noch wesentlich im Gewicht. Dennoch sollten Sie sich -insbesondere wenn Fahrradurlaube o.ä. mit langen Tragezeiten bevorstehen- für das leichtere Modell entscheiden.
Achten Sie auf die Prüfzeichen
Fahrradhelme unterliegen gesetzlichen Vorschriften und müssen bestimmte Sicherheitsstandards einhalten. Was für Hersteller von Qualitätshelmen selbstverständlich ist, kann beim Billigmodell aus dem Baumarkt schon ganz anders aussehen: Achten Sie deshalb auf das CE-Zeichen und den Normhinweis EN 1078.
Reinigung und Pflege eines Fahrradhelmes
Wischen Sie den Helm nur mit einem feuchten Tuch ab. Verwenden Sie keine
scharfen Reinigungs- oder gar Lösungsmittel, diese können den Helm angreifen und nachhaltig beschädigen.
Setzen Sie den Helm nie extremer Hitze und starker Sonneneinstrahlung aus. Bei einigen Helmen kann das dazu
führen, dass sich -auch wenn sicherheitstechnisch irrelevant- die äußere Helmschale von der dämpfenden
Schaumstoffschicht löst.
Unfall und Austausch des Kinderfahrradhelmes
Nach einem Unfall sollten Sie den Helm unbedingt ersetzen. Feine Haarrisse im
Material -auch wenn sie mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen und identifizierbar sind- können die Dämpfung
im Ernstfall herabsetzen.
Nach einem Zeitraum von ungefähr 5 Jahren sollten Sie den Helm gegen einen neuen auswechseln. Das Material
des Helmes wird müde und spröde und die Dämpfung lässt nach.
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