Vorsicht: Schadstoffe!Es sollte alles besser werden. Nachdem im vergangenen Jahr jedes vierte Produkt auf der Nürnberger Spielwarenmesse mit zum Teil hochgefährlichen Schadstoffbelastungen oder Mängeln beanstandet worden war, soll nun ein Kongress während der diesjährigen Spielzeugmesse (04. – 09. Februar) für Besserung sorgen. Erstmals diskutieren europäische, amerikanische und chinesische Spielzeugexperten über Spielzeugsicherheit und darüber, wie Giftstoffe zukünftig verbannt werden können.

Doch haben diese Bemühungen tatsächlich Aussicht auf Erfolg? Eher nicht. Viel zu groß sind die wirtschaftlichen Interessen der Spielzeugindustrie. So wird zwar an einer Harmonisierung der Sicherheitsvorschriften gearbeitet, damit unterschiedliche Richtlinien nicht zur Handelsbarriere werden – aber erfahrungsgemäß geht es dabei weniger um die und den Schutz unserer , als um die Mehrung des Profits.

Was bleibt also? Es bleibt gefährlich für unsere Kinder, keine Frage. Nur kritischen Verbraucher und wachsamen Eltern kann es gelingen, den Spielzeugschrott einzudämmen. Auf Politik und Gesetzgebung können wir uns nicht wirklich verlassen, viel zu lasch ist z.B. die neue EU-Richtlinie, die unser Spielzeug ab Juli dieses Jahres sicherer machen soll. Wir müssen den giftigen Ramsch in den Regalen verstauben lassen – konsequent und durchgängig. Das gilt auch für billige Kinderfahrzeuge und Kinderfahrräder in Discounter & Co.. Und wir müssen die Händler auffordern, nach Möglichkeit langlebige, regionale und kontrolliert produzierte Ware anzubieten. Nur dann wird sich was ändern – fangen wir endlich an!

In der aktuellen Ausgabe Öko-Test 02/2010, die nun im Handel erhältlich ist, wird das Thema eingehend beleuchtet. Zudem hat die Redaktion erneut 20 Spielzeugprodukte gestestet, mal wieder mit teilweise erschreckenden Ergebnissen! Wenn ihr mögt, könnt ihr den Artikel hier lesen:
Öko-Test Februar 2010: 20 Billigspielwaren

Wir wünschen euch auch weiterhin ein kritisches Auge und euren Kindern ein unbeschwertes Spielen!

Das Team vom _blog


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Öko-Test KinderfahrräderDas darf doch nicht wahr sein: In der aktuellen Mai-Ausgabe von Öko-Test wurden Kinderspielfahrräder (12 – 18 Zoll) auf Herz und Nieren geprüft … und wieder wurden fast durchgängig eklatante Schwächen und niederschmetternde Testergebnisse festgestellt. Wir haben vorläufig zwei von uns angebotene -Modelle aus dem Shop genommen und drängen bei den Herstellern auf schlüssige Stellungnahmen, zügiges Handeln und vermeintliches Nachbessern.

Welche Kinderfahrräder wurden getestet?

Der Öko-Test-Verlag hat 9 unterschiedliche Spielfahrräder getestet, in den Größen 1 mal 12 Zoll, 7 mal 16 Zoll und 1 mal 18 Zoll. Nahezu alle bekannten waren bei der Untersuchung mit ihren Modellen bzw. Marken vertreten: , Hercules, ZEG (Pegasus), Specialized, Ferbedo, Giant, Otto (Mini Viper), Böttcher und Bico Plus (Falter). Veröffentlicht wurden die Testergebnisse jedoch nur für 8 Kinderfahrrad-Modelle, das Falter Kinderrad 16 Zoll wurde wegen eines schwebenden Gerichtsverfahrens -der Hersteller prozessiert gegen Öko-Test wegen Uneinigkeit  über die Prüfmethoden- noch nicht detailliert besprochen und auch nicht abschließend bewertet.

Erschreckende Testergebnisse

Doch auch mit dieser Einschränkung ist die Tendenz eindeutig: Bis auf das 18 Zoll Modell von Puky, das Puky ZL 18 Alu (Note: sehr gut im Praxistest), wiesen die anderen Kinderräder z.T. gravierende Mängel und sicherheitsrelevante Schwächen in der Praxisprüfung auf. Kein anderes Kinderspielfahrrad kam über ein befriedigend hinaus, 3 Modelle wurden hier mit mangelhaft bewertet, 1 Fahrrad gar mit ungenügend.
Ähnlich besorgniserregend und alarmierend waren die Ergebnisse bei der Schadstoffprüfung von Öko-Test: Kein einziges Kinderfahrrad war frei von Weichmachern. In einer Mischprobe aus Lenkergriff, Sattel und Aufprallschutz (Verhältnis 2:1:1) wurden bei 8 der 9 Kinderräder Anteile von über 0,1% der Phthalat- DEHP oder DINP festgestellt. Da Spielfahrräder -anders z.B. als Kinderlaufräder- jedoch nicht als Spielzeug oder Babyartikel gelten, ist dieser Grenzwert gesetzlich nicht bindend. Phthalate wirken sich negativ auf das Hormonsystem aus und können Leber und Nieren schädigen.
Auch die Werte für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe () sind in allen Modellen stark erhöht und auch PVC/PVDC bzw. chlorierte Kunststoffe wurden in allen Kinderfahrrädern verbaut.

Fazit / Wie geht es weiter?

Auch wenn in den kommenden Tagen die Prüfmethodik seitens der Hersteller sicherlich scharf angegangen wird: Die Ergebnisse von Öko-Test sind und bleiben vernichtend. Aus unserer Sicht sollte sich jeder Kinderfahrrad-Hersteller ernsthaft fragen, ob der Verkauf seiner Spielfahrradserie moralisch überhaupt noch zu vertreten ist. Wenn die der nicht gewährleistet werden kann und beispielsweise schon das kurze Mitfahren eines Kumpels mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Bruch des Gepäckträgers führt, ist dieses nicht hinnehmbar. Der Verweis  von Herstellern, dass der Transport von solchen Gewichten eben nicht passieren darf, hilft nicht weiter und entbehrt jeder Bereitschaft sich mit verantwortungsvoller Praxis- und Alltagstauglichkeit seiner Kinderräder auseinander zu setzen. Hier muss -vor allem auch durch die Händler- eindringlich an die Hersteller apelliert werden und es müssen gegebenenfalls Kinderfahrräder aus dem Sortimentgenommen werden. Wir haben das gemacht: Bis auf weiteres wird es das 16 Zoll und auch das 18 Zoll von Böttcher nicht mehr bei uns geben. Wir erwarten eine Stellungnahme von Böttcher in den nächsten Tagen.

Auch zu den Ergebnissen der Schadstoffprüfung wollen wir uns von kinderfahrradladen.de noch einmal eindeutig positionieren: Vor dem Hintergrund, dass es zu all den toxischen bzw. hochkritischen Stoffen/Bestandteilen technische bzw. chemische Alternativen gibt, ist das Testergebnis  einmal mehr ein Armutszeugnis für die Hersteller. Es kann doch allen Ernstes nicht so schwierig sein, bei einem so vergleichsweise günstigen Bauteil, wie es ein nun mal ist, dafür Sorge zu tragen, dass keine gesundheitliche Gefährdung für die Kinder entsteht! Selbst wenn die Kosten für Produktion bzw. Hinzukauf sich verdoppeln würden (was zu bezweifeln wäre!), so kenne ich keinen Endverbraucher, der aus diesen Gründen nicht auch bereit wäre, 2,- EUR mehr für ein schadstofffreies Kinderfahrrad hinzulegen. Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten, sich mit dieser sauberen Variante am Markt und bei der hochsensiblen Zielgruppe der jungen Eltern zu präsentieren … (Wir würden das werbetechnisch voll unterstützen!)! Also, an alle Hersteller: Bitte noch einmal nachdenken, nachsitzen und Verantwortung zeigen.

Wie ist Eure Meinung?

Schreibt doch mal Eure Einschätzungen, Gefühle und Erfahrungen hier auf und kommentiert fleißig. Unsere gute Suchmaschinenplatzierung könnte sicherlich dazu beitragen, dass der Druck bei diesem Thema bei so manchem Hersteller deutlich wächst …!
Wir bleiben diesbezüglich am Ball und melden uns die Tage wieder mit hoffentlich erfreulicheren Meldungen und Reaktionen.

Liebe Grüße und sonnige Tage
Euer Team von kinderfahrrad_blog


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Kinder-Laufrad-TestEs wäre unfair, nicht auch die nach der Veröffentlichung der Testergebnisse über Kinderlaufräder zu Wort kommen zu lassen. Wir erinnern uns: Die Stiftung Warentest bemängelt in ihrem aktuellen Test-Magazin 07/2008 vor allem hohe Schadstoffkonzentrationen von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, kurz genannt. Betroffen seien , Sitzpolster und Reifen fast aller Kinderlaufrad-Hersteller, so auch bei den Herstellern, mit denen wir zusammenarbeiten und denen unser Vertrauen gehört: , (Coertech GmbH bzw. Lothar Laflör GmbH) und .

Puky hat am schnellsten und auch am entschiedensten reagiert. Noch am selben Tag der Veröffentlichung hat Puky in einer Kurz-Stellungnahme auf die Testergebnisse reagiert und sein Unverständnis zum Ausdruck gebracht. Zwei Tage später, am 30.06.2008 folgte dann die offizielle und ausführliche Stellungnahme von Puky, angereichert mit eigenen Ergebnissen und Zertifikaten. „Sensationsjournalismus und Irreführung der Verbraucher, so lauten die ersten Worte von Puky in dieser Reaktion …, doch bitte lest selbst. Wir jedenfalls vom _blog können die Kritik von Puky in weiten Teilen nachvollziehen und möchten an dieser Stelle auch noch einmal darauf hinweisen, dass bei Puky lediglich PAK in den Reifen bemängelt wurden. Eine Stellungnahme des Herstellers Schwalbe ist noch nicht erfolgt, aber angekündigt.

Der Hersteller der Firstbike-Laufräder, die Lothar Laflör GmbH, hat ebenfalls reagiert. In ihrer Stellungnahme auf der Website unter firstbike.de wird die Verunreinigung der Lenkergriffe zugegeben, wenngleich auch mit Einschränkungen, da eigens in 2007 und 2008 in Auftrag gegebene Prüfzertifikate die Unbedenklichkeit bescheinigen… . Nichtsdestotrotz: Der werksseitige Austausch der Lenkergriffe ist bereits vollzogen, die Prüflabor-Bestätigung der Unbedenklichkeit der neu verbauten Lenkergriffe lässt allerdings noch auf sich warten. Der Austausch der Lenkergriffe bei den bereits ausgelieferten Firstbike-Modellen verlief schnell und unkompliziert.

kokua ist mit zwei Quasi-Testsiegern (dem LikeaBike Mountain und dem LikeaBike Jumper) aus dem Kinderlaufrad-Test hervorgegangen. Dennoch wurden auch hier PAK in den Reifen und bei dem Jumper auch Schadstoffe im Sitzbezug festgestellt. So werden zwar die positiven Ergebnisse auf der Startseite unter kokua.de stolz präsentiert, der Hinweis auf die Mängel bzw. die eingeleiteten Maßnahmen fehlen aber leider (noch) in Gänze! Das wünschen wir und viele kokua-Kunden sich sicherlich anders. Also, bezieht doch bitte mal Stellung!

D as Team von
kinderfahrradladen.de und vom
kinderfahrrad_blog


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Laufradtest Stiftung WarentestDie Stiftung Warentest hat heute die Ergebnisse ihres Kinderlaufräder-Tests veröffentlicht. Unter dem Titel “Griff ins Gift” hat das renommierte Prüfinstitut zum Teil gravierende Schadstoffbelastungen in Lenkergriffen, Sitzbezügen und Reifen festgestellt. 11 der getesteten 15 Modelle erhielten die Gesamtnote mangelhaft. Die Ergebnisse erscheinen in der morgigen Juli-Ausgabe des Magazins der Stiftung Warentest und sind im Zeitschriftenhandel erhältlich.

hat in einer kurzen Stellungnahme auf die Testergebnisse bereits reagiert und eigene Untersuchungen und toxikologische Bewertungen präsentiert. Eine ausführliche Stellungnahme soll in den nächsten Tagen folgen. und Coertech () haben auf ihren Internet-Seiten noch keine Reaktion gezeigt.

Wir sind betroffen über die Testergebnisse und werden bei den Herstellern Aufklärung einfordern. Allen unseren Kunden möchten wir eine unkomplizierte Nachbesserung anbieten und hoffen, dass wir mit den Herstellern eine einvernehmliche und kundenfreundliche Lösung finden. Es darf nicht sein, dass die Opfer einer geschäftsmäßigen und organisierten Achtlosigkeit werden.

Seit vielen Jahren gibt es unbedenkliche Alternativen zu den eingesetzten schädlichen Chemikalien, die noch dazu nicht zum ersten Mal moniert wurden (u.a. Stiftung Warentest 2005, Öko-Test 2007). Wir hoffen, dass die aktuellen Testergebnisse nun endlich dafür sorgen, dass diese Schadstoffe für immer verbannt werden, mindestens jedoch aus Spielzeugen und Kinderfahrzeugen.

Wir werden weiter zum Thema berichten.


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