2009


schulweg-uebenMit dem Ende der großen Ferien beginnen in den kommenden Wochen für viele neue Lebensabschnitte: Die Schule ruft! Und als ob die neue Lernwelt für die Kleinen nicht schon Herausforderung genug ist, auch der Weg dorthin sollte für die meisten gut geübt sein. Für zahlreiche Erstklässler oder ABC-Schützen bedeutet der nämlich die erste aktive und fortan regelmäßige Teilnahme am Straßenverkehr.

Auto stehen lassen – der Schulweg ist Fußweg!

5 – 7 jährige Schulanfänger sind den schwierigen und schnellen Situationen im Straßenverkehr noch nicht gewachsen. Damit sich das möglichst zeitnah ändert und die Kinder das selbständige Verhalten im Straßenverkehr erlernen, ist es sinnvoll, dass die ABC-Schützen ihren Schulweg möglichst zu Fuß zurücklegen. Selbst der (sonst so autofreundliche) ADAC rät dringend dazu, dass Mama und Papa ihr Auto stehen lassen und statt dessen gemeinsam mit den Kindern den Schulweg gehen – ganz zu schweigen davon, dass sie damit nicht nur ihren Kindern, sondern auch der Umwelt einen großen Gefallen tun.

Auch das ist noch keine Alternative

Wer auf die Idee kommt, dass sein Kind doch gut mit dem Fahrrad zur Schule fahren könne, wohlmöglich schon in der 1. oder 2. Klasse, der meint es sicherlich gut, begibt sich aber auf dünnes Eis. Den Kindern ist es erst nach der schulischen Radfahrausbildung erlaubt, meist in der 4. Klasse,  ihr Kinderfahrrad für den Schulweg zu nutzen. Nicht ohne Grund: Erst im Alter von 9 – 10 Jahren entwickeln sich bei den Kindern Fähigkeiten, die im Straßenverkehr von immenser Bedeutung sind, wie z.B. das vorausschauende Handeln oder die Fähigkeit sich in andere Perspektiven hinein zu versetzen. Gerade diese Fähigkeiten sind für den Radfahrer enorm wichtig.

Üben, üben, üben – am besten schon vor der Schule

Damitdie Kinder sicher in der Schule ankommen, sollten die Eltern folgende und Ratschläge beherzigen:

  • Der Schulweg sollte nach Möglichkeit schon frühzeitig und unter tatsächlichen Bedingungen, also morgens und mittags zu den üblichen Schulwegzeiten, abgegangen und geübt werden. Ferien- und Wochenendtage eignen sich nur bedingt, sind aber immer noch besser, als wenn gar nicht geübt wird!
  • Die möglichen und realen Gefahrenstellen auf dem Schulweg sollten mit den Kindern ausführlich besprochen werden!
  • Wählen Sie für die ersten Wochen/Monate lieber einen längeren Weg aus, wenn dadurch explizite Gefahrenstellen vermieden und umgangen werden können!
  • Sorgen Sie für eine gute Sichtbarkeit Ihrer Kinder: Helle Kleidung, leuchtende Farben und reflektierendes Material (z.B. auch am Schulranzen) sorgen insbesondere in der dunklen Jahreszeit für eine größere im Straßenverkehr!
  • Ermutigen Sie Ihre Kinder auf dem gemeinsamen Schulweg und loben Sie sie für Ihre wachsende Selbständigkeit. Zu viele Ermahnungen oder ein Angst machen vor möglichen Gefahren sind kontraproduktiv. Begleiten Sie Ihre Kinder am Anfang (je nach Schulweg 1 – 4 Wochen) unbedingt und ohne Zeitdruck. Nehmen Sie sich im Laufe dieser Zeit immer mehr zurück und beobachten bzw. kontrollieren Ihr Kind nach Möglichkeit unbemerkt. Erst dadurch bekommen Sie ein Gefühl, wie sicher und selbständig sich Ihr Kind bereits auf dem Schulweg bewegt!
  • Das macht Kindern Spaß: Machen Sie den Rollentausch und lassen Sie sich von Ihren Kindern in die Schule bringen und die Gefahrenstellen erklären. Das sorgt für einen nachhaltigen Lernerfolg!

Bedenken Sie, dass die meisten Unfälle beim Überqueren der Straße pssieren. Zum einen fehlt den jungen Erstklässlern aufgrund ihrer geringen Körpergröße der nötige Überblick, zum anderen werden sie von den anderen Verkehrsteilnehmern, insbesondere den Autofahrern leicht übersehen und nicht wahrgenommen. Kinder unter 10 Jahren können zudem meist noch nicht rechts und links unterscheiden. Und: Was für uns Erwachsene schon zur Routine geworden ist – Kinder brauchen deutlich mehr Zeit, um in schwierigen Situationen im Straßenverkehr richtig zu reagieren. Sie müssen das Stück für Stück lernen.

Der kinderfahrrad_blog wünscht allen ABC-Schützen in 2009 einen guten und sicheren Schulweg, den Eltern viel Zeit und Ruhe zum gemeinsamen Üben und nicht zu letzt: Eine tolle Schulklasse mit einem tollen Lehrer bzw. einer Lehrerin!


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Radfahrregion Rheinland-PfalzDie großen Sommerferien haben in einigen Bundesländern schon begonnen und viele Familien machen sich dieser Tage auf, um gemeinsam mit den Kindern die “schönste Zeit des Jahres” zu genießen. Und viele Eltern wissen: Ein mit Kindern will gut geplant sein (Streckenführung und -länge, Rast- und Spielmöglichkeiten etc.)! Für uns liegt es daher nahe, Euch auf die immer zahlreicher und besser werdenden regionalen Online-Portale für eine komfortable Touren- und Urlaubsplanung in Deutschland aufmerksam zu machen. Ein Blick lohnt sich!

Beginnen wollen wir in diesem Artikel mit der tollen Radfahr- und Ferienregion Rheinland-Pfalz.  Auf den Seiten unter www.radwanderland.de findet ihr zahlreiche Möglichkeiten für eine umfangreiche Urlaub- und Tourplanung. So könnt ihr anhand der Radfernwege, der Themenrouten oder über die detailreiche individuelle Routenplanung eure Reise gut vorbereiten. Für die einzelnen Regionen, z.B. den Westerwald oder das Mosel-Flusstal gibt es eigene Seiten, die einen genauen Fokus erlauben. Schaut doch mal rein, die Seite wurde in den ersten fünf Monaten des Jahres bereits über 20 Millionen Mal angeklickt!

Und wer lieber oder ergänzend mit der Familie am Tisch plant, dem sei die neu aufgelegte und kostenlose Radwanderkarte aus Rheinland-Pfalz ans Herz gelegt! Sie gibt einen sehr schönen Überblick und zeigt das aktuelle Netz der touristisch bedeutendsten Radwege mit rund 3.800 Kilometer Länge. Neben den sieben großen Radfernwegen entlang der Flusstäler enthält die Karte inzwischen 59 Themenrouten. So sind der Saargau-Radweg, der Cosmos-Radweg, der Schinderhannes-Untermosel-Radweg,  der Sickinger-Höhen-Radweg, der Hornbach-Fleckenstein-Radweg und die Biosphären-Tour mit hilfreichen Informationen und Höhenprofilen vertreten.

Zudem gibt die Radwanderkarte einen Überblick über das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs, der sogenannten Regio-Routen. Diese Fahrradbusse bringen an den beliebtesten Radwegen, z.B. entlang der Mosel oder in der Eifel,  alle Radler und Fahrräder zum gewünschten Ausgangspunkt. Wenn also das zu schwer wird: Bergauf den Bus benutzen und die Talfahrt mit dem Fahrrad genießen.

Die neue Radwanderkarte kann bei der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH unter info(at)rlp-info.de kostenfrei angefordert werden.

Viel Spaß bei der Planung wünscht das Team vom
kinderfahrrad_blog


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Kinder-Fahrrad-Tagebuch als Lehrmaterial Einige Eltern unter Euch werden es schon miterlebt haben: In der 4. Grundschulklasse erfahren unsere eine Radfahrausbildung, meist in Kooperation mit der örtlichen Polizei. Die fahrpraktischen Übungen auf dem sollen vorbereiten auf die zahlreichen Herausforderungen des Straßenverkehrs. Doch allzu oft findet diese Ausbildung noch ausschließlich im Schonraum eines Verkehrsübungsgeländes oder des großen Schulparkplatzes statt – weit weg von den Tücken eines permanenten Autoverkehrs.

Nicht so in Hamburg. Seit 1992 findet die Radfahrusbildung im wesentlichen im Straßenverkehr statt und die Praxiserfahrungen der Schüler werden im ergänzenden Unterricht reflektiert. Und es ging noch weiter: Im Jahr 2005 wurde ein Arbeitskreis aus Vertretern der Schulen, Polizei, Schulbehörde und Innenbehörde ins Leben gerufen, um die Inhalte der Radfahrausbildung zu prüfen, zu überarbeiten und weiter zu verbessern. Herausgekommen ist als Basis-Lernmaterial das sogenannte “Fahrrad-Tagebuch”, welches im laufenden Schuljahr in Hamburg zum ersten Mal eingesetzt wird und in dieser Form bundesweit einzigartig ist.

Das Fahrrad-Tagebuch setzt in seiner Konzeption vor allem auf nachhaltiges Lernen und nimmt Bezug auf die konkrete Situation des Kindes. Es spricht die Kinder als selbstständige und aktive Radfahrer an, greift ihre täglichen Erfahrungen auf und motiviert sie zum bewussten Radfahren im Stadtteil. Ihre Kinderfahrräder, ihre direkten Verkehrsumgebungen und ihre Erfahrungen sind der Ausgangspunkt ihres Lernens. Individualisiertes und eigenaktives Lernen stehen im Mittelpunkt. Das Fahrrad-Tagebuch motiviert die Kinder mit dem Rad ihren Stadtteil zu erfahren und legt Grundlagen für eine Radfahrnutzung im Jugend- und Erwachsenenalter.

Erste Einschätzungen zeigen: Die Bearbeitung macht den Kindern Spaß, sie dokumentieren ihr eigenes Tun und lernen aktiv. Das Fahrrad-Tagebuch ist der erste neue Baustein eines Radfahrförderungskonzeptes in der Schule, das durch das Schülerheft “Fahr Rad Mobil” für die Klassen 5-7 in Hamburg ergänzt wird.

Das Team von kinderfahrradladen.de wünscht diesem neuen Projekt viel Erfolg und hoffentlich viele Nachahmer in den Städten und Gemeinden. Eine Evaluation soll 2010 erfolgen.

Nähere Infos und Materialien zum Fahrrad-Tagebuch findet ihr auf dem Hamburger Bildungsserver unter:

http://www.hamburger-bildungsserver.de/verkehrserz/tagebuch/tagebuch.phtml

Für weiteren Kontakt und Fragen wendet Euch an:

Herr  Gunter Bleyer
Behörde für Schule und Berufsbildung, Hamburg
Referat Verkehrserziehung
Hamburger Straße 31
22083 Hamburg
Telefon: +49(0)40/42863-3707
Telefax: +49(0)40/42863-4393
E-mail: gunter.bleyer@bbs.hamburg.de


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Öko-Test KinderfahrräderDas darf doch nicht wahr sein: In der aktuellen Mai-Ausgabe von Öko-Test wurden Kinderspielfahrräder (12 – 18 Zoll) auf Herz und Nieren geprüft … und wieder wurden fast durchgängig eklatante Schwächen und niederschmetternde Testergebnisse festgestellt. Wir haben vorläufig zwei von uns angebotene -Modelle aus dem Shop genommen und drängen bei den Herstellern auf schlüssige Stellungnahmen, zügiges Handeln und vermeintliches Nachbessern.

Welche Kinderfahrräder wurden getestet?

Der Öko-Test-Verlag hat 9 unterschiedliche Spielfahrräder getestet, in den Größen 1 mal 12 Zoll, 7 mal 16 Zoll und 1 mal 18 Zoll. Nahezu alle bekannten waren bei der Untersuchung mit ihren Modellen bzw. Marken vertreten: , Hercules, ZEG (Pegasus), Specialized, Ferbedo, Giant, Otto (Mini Viper), Böttcher und Bico Plus (Falter). Veröffentlicht wurden die Testergebnisse jedoch nur für 8 Kinderfahrrad-Modelle, das Falter Kinderrad 16 Zoll wurde wegen eines schwebenden Gerichtsverfahrens -der Hersteller prozessiert gegen Öko-Test wegen Uneinigkeit  über die Prüfmethoden- noch nicht detailliert besprochen und auch nicht abschließend bewertet.

Erschreckende Testergebnisse

Doch auch mit dieser Einschränkung ist die Tendenz eindeutig: Bis auf das 18 Zoll Modell von Puky, das Puky ZL 18 Alu (Note: sehr gut im Praxistest), wiesen die anderen Kinderräder z.T. gravierende Mängel und sicherheitsrelevante Schwächen in der Praxisprüfung auf. Kein anderes Kinderspielfahrrad kam über ein befriedigend hinaus, 3 Modelle wurden hier mit mangelhaft bewertet, 1 Fahrrad gar mit ungenügend.
Ähnlich besorgniserregend und alarmierend waren die Ergebnisse bei der Schadstoffprüfung von Öko-Test: Kein einziges Kinderfahrrad war frei von Weichmachern. In einer Mischprobe aus Lenkergriff, Sattel und Aufprallschutz (Verhältnis 2:1:1) wurden bei 8 der 9 Kinderräder Anteile von über 0,1% der Phthalat- DEHP oder DINP festgestellt. Da Spielfahrräder -anders z.B. als Kinderlaufräder- jedoch nicht als Spielzeug oder Babyartikel gelten, ist dieser Grenzwert gesetzlich nicht bindend. Phthalate wirken sich negativ auf das Hormonsystem aus und können Leber und Nieren schädigen.
Auch die Werte für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe () sind in allen Modellen stark erhöht und auch PVC/PVDC bzw. chlorierte Kunststoffe wurden in allen Kinderfahrrädern verbaut.

Fazit / Wie geht es weiter?

Auch wenn in den kommenden Tagen die Prüfmethodik seitens der Hersteller sicherlich scharf angegangen wird: Die Ergebnisse von Öko-Test sind und bleiben vernichtend. Aus unserer Sicht sollte sich jeder Kinderfahrrad-Hersteller ernsthaft fragen, ob der Verkauf seiner Spielfahrradserie moralisch überhaupt noch zu vertreten ist. Wenn die der nicht gewährleistet werden kann und beispielsweise schon das kurze Mitfahren eines Kumpels mit hoher Wahrscheinlichkeit zum Bruch des Gepäckträgers führt, ist dieses nicht hinnehmbar. Der Verweis  von Herstellern, dass der Transport von solchen Gewichten eben nicht passieren darf, hilft nicht weiter und entbehrt jeder Bereitschaft sich mit verantwortungsvoller Praxis- und Alltagstauglichkeit seiner Kinderräder auseinander zu setzen. Hier muss -vor allem auch durch die Händler- eindringlich an die Hersteller apelliert werden und es müssen gegebenenfalls Kinderfahrräder aus dem Sortimentgenommen werden. Wir haben das gemacht: Bis auf weiteres wird es das 16 Zoll und auch das 18 Zoll von Böttcher nicht mehr bei uns geben. Wir erwarten eine Stellungnahme von Böttcher in den nächsten Tagen.

Auch zu den Ergebnissen der Schadstoffprüfung wollen wir uns von kinderfahrradladen.de noch einmal eindeutig positionieren: Vor dem Hintergrund, dass es zu all den toxischen bzw. hochkritischen Stoffen/Bestandteilen technische bzw. chemische Alternativen gibt, ist das Testergebnis  einmal mehr ein Armutszeugnis für die Hersteller. Es kann doch allen Ernstes nicht so schwierig sein, bei einem so vergleichsweise günstigen Bauteil, wie es ein nun mal ist, dafür Sorge zu tragen, dass keine gesundheitliche Gefährdung für die Kinder entsteht! Selbst wenn die Kosten für Produktion bzw. Hinzukauf sich verdoppeln würden (was zu bezweifeln wäre!), so kenne ich keinen Endverbraucher, der aus diesen Gründen nicht auch bereit wäre, 2,- EUR mehr für ein schadstofffreies Kinderfahrrad hinzulegen. Ganz zu schweigen von den Möglichkeiten, sich mit dieser sauberen Variante am Markt und bei der hochsensiblen Zielgruppe der jungen Eltern zu präsentieren … (Wir würden das werbetechnisch voll unterstützen!)! Also, an alle Hersteller: Bitte noch einmal nachdenken, nachsitzen und Verantwortung zeigen.

Wie ist Eure Meinung?

Schreibt doch mal Eure Einschätzungen, Gefühle und Erfahrungen hier auf und kommentiert fleißig. Unsere gute Suchmaschinenplatzierung könnte sicherlich dazu beitragen, dass der Druck bei diesem Thema bei so manchem Hersteller deutlich wächst …!
Wir bleiben diesbezüglich am Ball und melden uns die Tage wieder mit hoffentlich erfreulicheren Meldungen und Reaktionen.

Liebe Grüße und sonnige Tage
Euer Team von kinderfahrrad_blog


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