Kinderwelt ist Bewegungs- und Erfahrungswelt

Bewegungserfahrungen sind Grundlage der geistigen Entwicklung

Kinder brauchen Bewegung - um sich wohlzufühlen und um sich selbst und die Dinge ihrer Umwelt kennen zu lernen. Durch Bewegung können sie sich anderen Menschen mitteilen und Kontakt zu Ihnen aufnehmen.
Bewegung ist aber auch Grundlage ihrer geistigen Entwicklung: Bevor sich Kinder einen "Begriff" von der Welt machen können, müssen sie sie mit allen Sinnen erfassen und begreifen können.

Die Kinderwelt ist eine Welt der Bewegung: Auf den Bordsteinkanten statt auf dem Bürgersteig gehen, keine Treppen auslassen, mal kurz auf die Mauer klettern und wieder herunterspringen. Jede Pfütze wird im Sprung überquert und jeder Baumstamm, der im Wald am Wegrand liegt, zum Balancieren genutzt.
Bewusst erschweren sie sich den ebenen Weg, geben den sicheren Stand auf und klettern in schwindelnde Höhen. Kinder umgehen das Leichte, suchen das Risiko, um dabei sich selbst und die Welt lustvoll zu spüren.

Erwachsene und auch viele Eltern betrachten solche Handlungen meist als sinnlos: Man verliert Zeit, vergeudet unnötig Kraft und geht vermeidbare Risiken ein. Warum denn vom geraden Weg abweichen, wenn die Treppe, die Mauer, der Baumstamm doch ein viel beschwerlicheres Gehen erfordern?

Für Kinder hingegen sind all diese Handlungen Ausdruck ihres Bedürfnisses, die Welt mit allen Sinnen kennen zu lernen. Bewegungserfahrungen sind immer auch grundlegende Sinneserfahrungen. Durch die Sinne begegnet ein Kind den Lebewesen und Dingen, es kann sie sehen, hören, befühlen, kann sie schmecken und riechen und sich an und mit ihnen bewegen. Kinder wollen ihre Umwelt mit allen Sinnen in sich aufnehmen und auf sie einwirken, selbst tätig sein.
Kinder wollen ihre Kraft spüren, ihre Geschicklichkeit auf die Probe stellen: klettern und springen, rollen und fahren, balancieren und rutschen, sich verstecken, weglaufen und gefangen werden.

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07.02.2012 | 07:59 CET